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Portrait: Die Wasserralle

Selten so offen zu beobachten: Die scheue Wasserralle. Foto: A. Schäfferling

Einer der heimlichsten Bewohner, zugleich aber eine der größten Besonderheiten in den Rieselfeldern, ist ein scheuer Sumpfvogel von hühnerähnlicher Gestalt.

 

Selbst Spezialisten bekommen sie selten zu Gesicht. Ihre Anwesenheit verrät die Wasserralle aber durch ihre charakteristische Stimme. Die gar nicht vogelähnlichen quiekenden Grunzlaute („Ferkelquieken“) lassen Männchen und Weibchen das ganze Jahre über und gerne auch nachts hören. Die knapp rebhuhngroßen Bodenvögel mit tarnfarbenem Gefieder und langen roten Schnäbeln leben als Sumpfbewohner versteckt in dichter Ufervegetation und wasserreichen Röhrichtbeständen. Wie alle Rallen sind sie schmal und kurz gebaut und mit langen Zehen ausgestattet, so daß sie ausgezeichnet durch die dichte Vegetation schlüpfen können. In Körperbau und Lebensweise ist diese eigentümliche Vogelart so stark an Feuchtbiotope angepaßt, daß sie existenziell auf diesen Lebensraum angewiesen ist.

 

Verlust oder Beeinträchtigung vieler Feuchtgebiete haben die Wasserralle denn auch auf die Rote Liste der gefährdeten Vogelarten Nordrhein-Westfalens gebracht: mit einem landesweiten Bestand von maximal nur noch etwa 200 Brutpaaren gilt sie als stark gefährdet. Die Sumpfspezialistin leidet nicht nur unter dem Verlust geeigneter Brutplätze, sondern auch entsprechender Überwinterungsquartiere in West- und Südeuropa, in die sie bei starkem Frost ausweichen kann. Nicht zu kalte Winter überstehen die Vögel allerdings auch in unseren Breiten recht gut; sehr strenge Winter können dagegen zu erheblichen Bestandseinbrüchen führen.

 

Während die Wasserralle zu Anfang des Jahrhunderts in Bielefeld noch recht verbreitet war, galt sie hier in den 80er Jahren als ausgestorben; ihr letzter bekannter Brutplatz waren die Rieselfelder Windel. Und hier wurde sie zu Beginn der 90er Jahre auch wiederentdeckt. In der vergangenen Saison wurde sogar die bisherige Höchstzahl von 6 Brutpaaren festgestellt! Ja, mehr noch: von den Rieselfeldern scheint eine Besiedlung weiterer neu angelegter Feuchtbiotope im Bielefelder Süden auszugehen. Die Wasserralle ist damit eine von fünf Vogelarten, für deren Bestandserhaltung die Rieselfelder Windel eine landesweite Bedeutung erlangt haben. Und sie ist ein schönes Beispiel dafür, daß Biotopschutz- und Renaturierungsmaßnahmen das Artensterben zumindest teilweise umkehren können. Solange die Schilfbestände der Rieselfelder Windel erhalten bleiben, hat auch die Wasserralle wieder eine Zukunft in Bielefeld!

 

   
 
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