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Portrait: Große Königslibelle

Leuchtend blaue Flanken: Das Männchen der Königslibelle.
Foto: M. Aulbur


Mit 8 cm Körperlänge ist sie wahrlich der „König“ unserer Libellen. Die ebenfalls zur Familie der Edellibellen (Aeshnidae) gehörenden Mosaikjungfern sind allerdings nur wenig kleiner. Von diesen ist der wohl bekannteste Vertreter die Blaugrüne Mosaikjungfer, die recht häufig auch an Gartenteichen erscheint.

 

Ebenfalls verbreitet, aber lange nicht so häufig ist die Große Königslibelle Anax imperator, die gleichfalls an stehenden pflanzenreichen Gewässern lebt – so auch in den Rieselfeldern. Neben seiner Größe fällt das Männchen durch den seitlich leuchtend blauen Hinterleib auf, das Weibchen ist dort blaugrün gefärbt. Die kräftige Brust ist durchgehend grün, ohne Streifen oder Binden.

 

Königslibellen sind ausdauernde Flieger, deren Flugzeit von Juni bis maximal in den September reicht. Die Männchen vertreiben meist andere Arten aus ihrem Revier, die Weibchen legen ihre Eier auf schwimmende Pflanzen der freien Wasserfläche. Obwohl auch die Larve mit 55 mm die größte einheimische Libellenlarve ist, entwickelt sie sich meist innerhalb eines Jahres zum ausgewachsenen Insekt.

 

Faszinierend ist der Schlupf der Großlibellen, der je nach Temperatur ein bis drei Stunden dauern kann: Die Larve (Libellen bilden keine Puppe als Ruhe- bzw. Umwandlungsstadium aus) klettert aus dem Wasser an einem aufrechten Pflanzenstängel empor und verankert sich mit ihren Krallen oberhalb des Wasserspiegels. Die Larvenhülle platzt dann über Brust und Kopf auf, durch den Spalt schiebt sich der Vorderkörper heraus und sinkt rückwärts nach unten, bis nur noch das Hinterleibsende mit der Larvenhülle verbunden ist. Nach einer längeren Ruhepause, in der u.a. die Beine aushärten, schwingt der Libellenkörper hoch und klammert sich an der leeren Larvenhülle (sog. Exuvie) fest. Zuletzt wird der Hinterleib vollends aus der Exuvie herausgezogen, die Flügel sowie der Körper durch Einpumpen von Körperflüssigkeit entfaltet und gestreckt. Erst nach dem Trocknen kann die Libelle abfliegen.

 

Bei den Mosaikjungfern kann man dieses Schauspiel der „Geburt“ einer Libelle frühmorgens am Gartenteich gut selbst beobachten. Die Königslibelle allerdings steigt schon abends aus dem Wasser und schlüpft in der Dunkelheit.

 

Übrigens sind Königslibellen, wie alle anderen Libellen auch, für Menschen völlig ungefährlich, auch wenn die Reviermännchen sich bei ihren Jagdflügen manchmal recht unerschrocken den Menschen nähern. Sie interessieren sich nur für Fliegen und andere geeignete Beuteinsekten – und für ihre Weibchen natürlich.

 

   
 
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