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Portrait: Die Pestwurz

Dichte Trauben mit wohlriechenden rosa Blüten: die Gewöhnliche Pestwurz, eine der allerersten Frühlingsboten. Foto: Albrecht

Schon sehr früh im Jahr (bei warmer Witterung bereits im Februar) blüht im nassen Randbereich der Niederheide (Ecke Toppmannsweg) die Pestwurz. Aus ihrem knolligen unterirdischen Wurzelstock schiebt die Rote oder Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus) zunächst die Blütenstände mit den roten oder rosafarbenen Blütenköpfchen, die später blasser werden und fast chlorophyllfrei sind. Erst nach der Blüte kommen die Blätter nach, die fast einen Meter Durchmesser erreichen können (und prima Regenhüte für Zwerge abgeben!). Es sind die größten Blätter unserer heimischen Pflanzenwelt, vergleichbar mit Rhabarberblättern.

 

Die Pflanze ist als ausgesprochener Frühblüher bekannt und bietet eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen und Fliegen. Diesen „Frühstart“ ermöglichen ihr die Nährstoffreserven ihres Wurzelstockes (die Stärke Inulin und andere Kohlenhydrate), die im Sommer von den Blättern gebildet und unterirdisch eingelagert werden.

 

Werden noch vielfach größer: junge Blätter der Pestwurz. Foto: J. Albrecht

Auch die Fruchtstände wachsen noch und reifen erst im Sommer. Die Früchte sind typische „Schirmchenflieger“ (wie die Pusteblumen des Löwenzahns), die vom Wind, aber auch vom Wasser verbreitet werden. Außerdem verbreitet sich die Pflanze reichlich durch unterirdische Ausläufer und bildet daher oft große Bestände („Herden“).

 

Die Pestwurz wächst an feuchten und nährstoffreichen Standorten wie Quellhänge, Bachufer, Nasswiesen und Bruchwälder. In Deutschland kommen noch weitere Pestwurzarten vor, nicht jedoch in unserem Raum.

 

Der deutsche Name rührt übrigens aus dem Mittelalter, als man glaubte, der unangenehme Geruch ihrer ätherischen Öle könne die Pest austreiben. Außerdem wurde sie früher als Husten- und Wurmmittel sowie gegen Hauterkrankungen eingesetzt (an die medizinische Verwendung erinnert ihr alter botanischer Name Petasites officinalis). Tatsächlich ist sie noch heute eine Arzneipflanze (der Wirkstoff Petasin wirkt krampflösend und beruhigend).

   
 
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