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Portrait: Breitblättriger Rohrkolben

Der Name „Zylinderputzer“ erinnert an die frühere Verwendung der Kolben zum Reinigen der verrußten Glaszylinder von Petroleumlampen. Foto: G. Bockwinkel

 

Eine auffällige Röhrichtpflanze in den Rieselfeldern ist der stattliche, bis 2,5 m hohe Breitblättrige Rohrkolben (Typha latifolia), die häufigste heimische Rohrkolbenart. Besonders die schwarzbraunen zigarrenförmigen Fruchtstände („Schilfzigarre“, „Zylinderputzer“) sind bekannt und werden gelegentlich auch in Trockensträußen verwendet. Doch wehe, wenn die Fruchtstände aussamen! Dann treibt jeder Lufthauch zigtausende winziger Früchte an ihren Schirmchen durchs Wohnzimmer!

 

Diese leichte Samenverbreitung durch den Wind macht den Rohrkolben zu einer Pionierpflanze nährstoffreicher Schlammflächen und Uferzonen stehender Gewässer. Mit Hilfe von unterirdischen Ausläufern breiten sich einmal angesiedelte Rohrkolben schnell in großen Herden aus und beschleunigen die Verlandung von Teichen und Sümpfen ganz erheblich. Trotz ihres dekorativen Aussehens sind die Rohrkolben daher bei Naturschützern nicht allzu gerne gesehen, weil sie Arbeit bedeuten: Will man nährstoffreiche flache Wasserflächen offen halten, muss man die Wurzelstöcke regelmäßig und mühsam roden.

 

Dank effektiver Windverbreitung der unzähligen Früchte ist der Rohrkolben eine Pionierpflanze nasser Rohböden.
Foto: J. Albrecht

Früher war der Rohrkolben besser gelitten: Seine stärkereichen Wurzelstöcke konnten als Schweinefutter genutzt und in Notzeiten sogar zu Mehl verarbeitet werden. Die Samenwolle wurde als Polstermaterial und das Stroh vom Küfer zum Abdichten von Fässern verwendet oder es diente zur Herstellung von Flechtwerk, als Baumaterial für Reetdächer oder Brennstoff.

 

Etliche Singvögel, z.B. Meisen, nutzen die überjährige weiche Watte der Fruchtstände gerne beim Nestbau. Besonders die Beutelmeisen polstern ihre kunstvollen Hängenester damit aus – allerdings haben sie in den Rieselfeldern leider noch nicht gebrütet. Teich- und Blässhühner nutzen die dichten Wurzelgeflechte gerne als Nistunterlage. Schließlich sind Rohrkolben bei Kleinvögeln als winterliche Nahrungsquelle beliebt – dort finden sich Spinnen, Wanzen und in den Stängeln Puppen und Larven von Schmetterlingen, z.B. der Rohreule.

 

   
 
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