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Portrait: Die Knoblauchkröte

Unser Froschkönig: Die Knoblauchkröte.
Foto: G. Bockwinkel


Die Knoblauchkröte ist der „Froschkönig“ der Rieselfelder Windel: die seltenste und die am stärksten gefährdete Amphibienart. Zusammen mit dem Naturschutzgebiet Kampeters Kolk, einem ehemaligen Heideweiher wenige 100 Meter weiter südlich, stellen die Rieselfelder das einzige bekannte Vorkommen dieser Art im Großraum um Bielefeld. Die nächstgelegene Population lebt bei Rietberg, in ganz Westfalen ist die Kröte nur sehr sporadisch verbreitet.

 

Leider wurde die Knoblauchkröte in jüngster Vergangenheit weder in den Rieselfeldern noch in Kampeters Kolk wieder gefunden; der letzte Zufallsnachweis in den Rieselfeldern gelang im Jahr 1997. Allerdings ist die gezielte Nachsuche an den Laichgewässern zur Brutzeit mit erheblichen Störungen verbunden und deswegen seitdem unterblieben. Daher ist zu hoffen, dass die wenigen Individuen dieser Art einfach übersehen werden. Bedenklich stimmt allerdings, dass die Kröte auch bei den Laichwanderungen zu Kampeters Kolk nicht mehr beobachtet wurde, seit sich dort die ausgesetzten amerikanischen Sonnenbarsche explosionsartig vermehrt haben, die als massive Laichräuber gefürchtet sind.

 

Nordrhein-Westfalen liegt am Westrand der Verbreitung dieser eher kontinentalen Art, die offene Standorte mit grabfähigem Boden liebt, in den sie sich tagsüber und über den Winter eingraben kann. Oftmals sind die Winterquartiere landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Flächen oder Abgrabungen. Ihre bis zu 1,5 m langen Laichschnüre verankert sie in der Vegetation von dauerhaft Wasser führenden Stillgewässern, die meist nährstoffreich sind. Dorthin wandert sie aus ihren Winterquartieren ab März, die Eiablage erfolgt ab April.

 

Die senkrechten Pupillen sind ein Erkennungsmerkmal der Knoblauchkröte. Foto: Christoph Riegler (DGHT)

In dieser Zeit kann man mit etwas Glück ihre leisen, hölzernen „wock-wock-wock“-Rufe hören, die unter Wasser abgegeben werden und nur wenige Meter weit zu hören sind. Im Sommer kann sich zwischen Juni und August eine zweite Fortpflanzungsphase anschließen. Berühmt sind die Knoblauchkröten für ihre großen Larven, die normalerweise bis zu 10 cm, in Ausnahmefällen auch bis zu 18 cm Länge erreichen („Riesenlarven“). Je nach Wetter und Ernährung verwandeln sich diese Kaulquappen im Alter von 10 bis 20 Wochen zu Kröten, die meist im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif werden. Ihre Lieblingsnahrung sind Käfer (vor allem Laufkäfer) und Schmetterlingsraupen, die sie überwiegend nachts erbeuten.

 

Und woher kommt der seltsame Name? Zur Abwehr von Fressfeinden können sich Knoblauchkröten nicht nur erstaunlich schnell einwühlen, oder abtauchen, oder zusammenkauern und aufblähen, sie sondern aus Hautdrüsen auch einen Geruch ab, der mit verbranntem Schwefel, Fuchs- oder Marderduft oder eben Knoblauch verglichen wird. All das nützt ihnen allerdings wenig bei ihrem Hauptfeind, dem Waldkauz, dessen Nahrung in geeigneten Gebieten zu einem erheblichen Anteil aus Knoblauchkröten bestehen kann.

 

Weitere Informationen zum „Froschlurch des Jahres 2007“ bieten die Internetseiten des NABU.

   
 
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