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Portrait: Die Nilgans

Erscheinen meist als Paar: Nilgänse.
Foto: J. Albrecht

Ihre eigentliche Heimat ist Afrika, aber weil ihr selbst harte mitteleuropäische Winter nichts ausmachen, wurde die Nilgans in Europa gerne als Parkvogel gehalten. In Großbritannien wurde sie im 17. Jh. eingeführt, frei lebende Brutpopulationen gab es dort schon Ende des 18. Jh. In den Niederlanden wurden die ersten Freibruten in den 1960er Jahren registriert, ab etwa 1985 in Nordrhein-Westfalen, ab 1993 an den Rietberger Fischteichen.

 

Die Nilgans ist damit ein echter „Neubürger“ in unserer Vogelwelt, der in älteren Bestimmungsbüchern noch fehlt. Die Art breitet sich weiterhin rasant aus. In Bielefeld erschienen die ersten Nilgänse 1997 am Obersee, die erste Brut war dort 1999 erfolgreich; seither finden dort fast jedes Jahr Bruten statt. Nachdem ein Paar den Sommer 2001 in den Rieselfeldern verbrachte, gelang hier die erste Brut 2002 mit 4 Jungvögeln. Seither sind Nilgänse zwar regelmäßig in den Rieselfeldern zu beobachten, sie brüten aber nicht alljährlich erfolgreich.

 

Nilgänse fallen schnell auf, sie sind sehr agil, fliegen oft auf und sind recht ruffreudig: Während die Ganter rau-keuchend und heiser zischen, schnattern die Weibchen fast trompetenartig oder eselähnlich. Im Flug ist ihr großes weißes Vorderflügelfeld auf der Ober- wie auf der Unterseite charakteristisch, das von den Deckfedern gebildet wird. Am Kopf fällt die kastanienbraune kreisförmige Zeichnung ums Auge auf, wie ein übertriebener „Lidschatten“. Ihr übriges Gefieder ist auf der Oberseite rotbraun, unterseits blassgrau, die Brust ziert ein brauner Fleck. Die Paare leben in Dauerehe zusammen, die Partner sind gleich gefärbt.

 

Bei der Nistplatzwahl sind Nilgänse außerordentlich flexibel: Nester können in der Vegetation angelegt werden, auf Kopfbäumen, in Baumhöhlen oder großen Nistkästen (z.B. für Schleiereulen), oder auf Baumnestern anderer Großvögel. Brutplatz und Junge werden energisch verteidigt. Die Jungen verlassen nach dem Schlüpfen das Nest, sind also Nestflüchter. Und obgleich sie in diesem Alter noch nicht flugfähig sind, überstehen sie auch den Sturz aus einem hoch gelegenen Nest, weil ihre Knochen in diesem Alter noch sehr elastisch sind. Sie ernähren sich überwiegend von Gras, Blättern und Kleintieren (Würmer, Heuschrecken), nehmen aber auch Brot an Futterplätzen.

 

   
 
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