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Portrait: Der Flussregenpfeifer

Der hübsche Flussregenpfeifer benötigt offene Kahlflächen als Lebensraum. STELZERfoto

Ein unsteter Geselle ist er, ohne feste Bleibe. Weil es die unbefestigten Flussufer und Inseln mit Sand- und Kiesbänken kaum noch gibt, die seine ursprünglichen Brutplätze waren und ihm den Namen gaben, muss sich der Flussregenpfeifer anderswo kahle Flächen in Wassernähe für sein Bodennest suchen.

 

Die findet er z.B. in Sandgruben oder Steinbrüchen, wo großflächig Boden abgeschoben wurde und Wasserpfützen stehen, oder auch in den neu gestalteten Rieselfeldern Windel. Der Leser ahnt es schon: Solche Lebensräume werden seltener, die Art ist landesweit gefährdet.

 

Die Langstreckenzieher überwintern in Afrika zwischen Sahara und Äquator und besetzen Ende März ihr Brutrevier. Trotz der markanten Kopf- und Brustzeichnung fallen die nur sperlingsgroßen Regenpfeifer eher durch den fledermausartigen Singflug auf: mit melodischen "triüh-triüh-triüh"-Rufen markieren die Männchen ihr Revier. Auf dem Boden verfolgen sie flink Insekten und trippeln dabei wie ein rollendes Bällchen (Spitzname "Fluppi").

 

Schutzlos, aber meisterhaft getarnt liegen die 4 Eier in einer nackten Bodenmulde. Wie ihr Verwandter, der Kiebitz, benötigen die Flussregenpfeifer 4 Wochen Ruhe zum Brüten, bevor die Küken schlüpfen und als Nestflüchter nach wenigen Stunden selbst Futter suchen. Eindringlinge lenken die Altvögel vom Nest oder von den Jungen ab, sie stellen sich lahm ("verleiten"). Meist verlassen die zierlichen Vögel schon Ende Juni ihren Brutplatz und streifen bis zum Wegzug ab August großräumig umher.

 

Die Rohbodenbereiche, die in den Rieselfeldern beim Ausschieben der Blänken entstanden, wurden von den Fluppis umgehend besiedelt. Maximal 9 Paare wurden gezählt (Gesamtbestand in NRW lediglich um 500 Paare!). Wachsen diese Flächen in den Folgejahren zu, verschwinden die liebenswerten Gesellen wieder. Auf künstliche Ansaaten wird daher in den Rieselfeldern bewusst verzichtet.

 

Weitere Informationen zum „Vogel des Jahres 1993“ bieten die Internetseiten des NABU.

 

   
 
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