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Ein Blick über 170 Jahre Landschaftsgeschichte

Die Rieselfelder Windel 1994 vor ihrer Neugestaltung. In der Bildmitte der ehemalige Hof Ortmann, heute Biostation und Infozentrum.

Das Urmesstischblatt aus dem Jahr 1837 bildet die bäuerliche Nutzung der späteren Rieselfelder flächengetreu ab. Weit im Raum verteilt liegen einzelne Höfe: Am und nördlich des Reiherbaches die Höfe Scherpel (später Windel), Toppmann (jetzt Friebe) und Wächter (jetzt Depenbrock), südlich die Höfe Ortmann (jetzt Biostation) und Brinkmann (jetzt Privathaus), östlich der späteren Buschkampstraße Hansmeier (heute verschwunden). Es dominiert der Ackerbau, und viele Äcker sind von Hecken gesäumt, die das Weidevieh von den Feldfrüchten fernhalten sollen. Denn vor allem südlich der heutigen Niederheide sind große Bereiche als Heide dargestellt, in der das Vieh frei weiden konnte. Die Flurbezeichnungen und Straßennamen Dopheide, Postheide und Niederheide erinnern noch an diese alte Nutzungsart. Grünland für die Heuwerbung gibt es nur in unmittelbarer Bachnähe entlang des Strothbaches (heute Reiherbach) und des Toppmannsbaches. Kleine Wäldchen liegen zwischen den beiden Bächen weitgehend dort, wo auch heute noch Wald angetroffen wird. Auffällig sind die vielen Stillgewässer, z.T. entlang der Bäche (Stauteiche, vielleicht auch Flachsteiche), z.T. auf den hoch gelegenen Heideflächen (Heideweiher und -kolke).

 

Im Kartenbild des Messtischblattes von 1895 sind die meisten ehemaligen Heideflächen als Wald verzeichnet, Acker- und Grünlandflächen haben sich dagegen kaum verändert. 1938 sind sämtliche Flächen der späteren Rieselfelder als Acker dargestellt, und erst die Kartenausgabe von 1955 zeigt in großem Umfang zusätzliches Grünland und die Be- und Entwässerungsgräben der Rieselfelder sowie die beiden vergrößerten Klärteiche.

 

Zunächst beschränkten sich diese Rieselflächen auf die Niederung zwischen Reiher- und Toppmannsbach sowie auf die Hanglage südlich der Niederheide bis zur 110-m-Höhenlinie, die im freien Gefälle über entspr. Zuleitungskanäle beschickt werden konnten. Erst ab der Kartenausgabe 1987 sind auch die weiter südlich verlegten Kanäle erkennbar, die über eine Pumpleitung etwa von der Wilhelmsdorfer Straße aus mit dem Rieselwasser versorgt wurden und die Buschkampstraße unterdükerten.

 

Das Grünland der Rieselfelder wurde anfangs beweidet und war dadurch für Weide- und Wiesenvögel besonders interessant. In den 80er Jahren wurde die Beweidung eingestellt, und die Wiesen gemäht bzw. gemulcht. Dadurch hat sich auch ihre Eignung für Watvögel verschlechtert.

 

Die deutlichste Veränderung des Landschaftsbildes brachte sicherlich die Umgestaltung Ende der 90er Jahre durch die Stiftung Rieselfelder Windel. Die umfangreichen Bodenbewegungen, die Neuanlage tlw. abgedichteter Teiche und Blänken, die Entwicklung zusätzlicher Röhricht- und Brachflächen sowie die extensive Grünlandnutzung prägen heute das Bild der ehemaligen Rieselfelder westlich der Buschkampstraße, während die östlichen Flächen wieder überwiegend als Acker bewirtschaftet werden.

 

   
 
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