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Portrait: Blaugrüner und Schildflechten-Nabeling

Eine unscheinbare, nichts desto weniger aber ökologisch hochinteressante Gruppe unter den Blätterpilzen sind die Nabelinge (u.a. die Gattung Omphalina = Arrhenia). Es sind meist kleine Vertreter aus der Familie der Ritterlingsartigen (Tricholomataceae) mit dünnfleischigem oder häutigem Hut, knorpeligem Stiel und herablaufenden Lamellen. Die Gattung Omphalina umfasst in Europa etwa 20 Arten, die auf Erde, Holz oder Moosen bzw. Flechten saprophytisch leben, sich also von abgestorbener organischer Substanz ernähren.

 

In der Nordosterweiterung der Rieselfelder wurden im März 2012 zwei Nabelinge gefunden, die äußerst selten sind, weil sie konkurrenzschwache Pionierarten sind, die auf gestörten Rohböden vorkommen und wieder verschwinden, wenn sich die Vegetationsdecke schließt.

 

Der Blaugrüne Nabeling (Omphalina / Arrhenia chlorocyanea) ist ein seltener Pionierpilz auf nährstoffarmen Sandböden mit einem dunkelblaugrünen, kaum 1 cm breiten Hut. Er wurde in NRW bislang erst einmal im NSG "Brachter Wald" gefunden, einem ehemaligen Munitionsdepot an der niederländischen Grenze. Aus dem restlichen Deutschland gibt es nur einen alten Fund aus Baden-Württemberg und aus neuerer Zeit nur wenige Funde aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Art ist auch im restlichen Europa sehr selten, etwas häufiger ist sie nur in den Niederlanden, wobei die dortigen Funde nahezu alle von Naturschutzflächen stammen, von denen der Oberboden entfernt wurde (wie in der Nordosterweiterung der Rieselfelder Windel).

 




Der Blaugrüne Nabeling, Fotos: I. Jürgens

 

Der Schildflechten-Nabeling (Omphalina / Arrhenia peltigerina) ist ebenfalls ein Pionierpilz, der allerdings auf abgestorbene Schildflechten (Peltigera spec.) als Substrat angewiesen ist. Für NRW ist es der Erstfund und in Deutschland war die Art bisher nur aus Schleswig-Holstein bekannt. Darüber hinaus wurde der Pilz nur in wenigen anderen europäischen Ländern nachgewiesen und ist überall extrem selten. In den Rieselfeldern Windel fanden sich über 50 Fruchtkörper.

 




Der Schildflechten-Nabeling, Fotos: I. Jürgens

 

Die Nordosterweiterung mit ihren mageren Sandböden entwickelt sich insgesamt als Eldorado für eine artenreiche Pilzflora aus offenlandbewohnenden Saprophyten, aber auch aus Mykorrhiza-Pilzen, die als Symbiosepartner auf Baumwurzeln angewiesen sind, wie sie die zahlreich aufkeimenden Birken, Weiden und Erlen in den feuchten Randbereichen bieten. Die bislang dort gefundenen Pilzarten sind im Jahresbericht 2010 aufgelistet.

   
 
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