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Artportrait: Der Kormoran

Im Schmuck von Prachtkleid und Smaragdauge: Erwachsener Kormoran. NABU-Pressefoto: F. Möllers

Als Fischliebhaber und Koloniebrüter trat der „Vogel des Jahres 2010“ in Bielefeld seit jeher lediglich als Durchzügler und Wintergast auf. Gelegentlich sieht man ihn dann an größeren Bächen, meist aber am Obersee oder in den Rieselfeldern Windel.

 

Auf Uferbäumen ruhende Kormorane sind kaum zu übersehen: die gänsegroßen, langhalsigen Vögel sind überwiegend dunkel gefärbt, nur die noch nicht geschlechtsreifen Tiere haben eine mehr oder weniger helle Unterseite. Erst ab ihrem dritten Lebensjahr sind die dann schwarzen „Meerraben“ im spätwinterlichen Prachtkleid durch weiße Hüftflecken („Brutflecken“) und Halsstreifen geschmückt. Bei gutem Licht irisiert ihr schwarzes Gefieder in allen Regenbogenfarben.

 

 

 

 

 

Ruhehaltung zur Trocknung des Gefieders. NABU-Pressefoto:
F. Möllers

Bekannt sind die Kormorane für ihr „Geierhaltung“, in der sie nach dem Tauchen mit ausgebreiteten Flügeln ihr Gefieder im Wind trocknen. Die ausgezeichneten Taucher fetten ihr Gefieder nämlich nicht ein, können dafür allerdings kraftsparend bis zu eineinhalb Minuten und 30 Meter tief tauchen, weil kein Luftpolster für Auftrieb sorgt. Selbst die Knochen enthalten weniger Luft als sonst bei Vögeln üblich.

 

Aus demselben Grund liegt der Kormoran beim Schwimmen tiefer im Wasser als die Enten- und Gänsevögel, auch sein langer schräg aufwärts ragender Hakenschnabel ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal. Von fliegenden Gänsen unterscheidet ihn das einprägsame Flugbild: ein etwa gleichschenkliges Kreuz, das durch den relativ langen Schwanz auffällt (der ebenfalls nicht von den Beinen überragt wird).

 

 

 

 

Tiefgelegtes Tauchboot mit Periskop: Kormorane kannten dieses Bauprinzip lange vor der Erfindung der U-Boote. Foto: A. Schäfferling

Die „fliegenden Kreuze“ können seit einigen Jahren in ihrem Kranich-ähnlichen Formationsflug auch öfter über Bielefeld beobachtet werden. Der Fischjäger wurde durch konsequenten Schutz in den letzten zwei Jahrzehnten vor der kurz bevorstehenden Ausrottung bewahrt und hat sich sogar wieder in NRW angesiedelt – wo er neuerdings prompt wieder als „Schadvogel“ verfolgt wird. Nicht umsonst hat ihn der NABU zum „Vogel des Jahres 2010“ erklärt, denn Aufklärung tut bei diesem leidigen und überflüssigen Konflikt besonders Not! Wer sich mit der Biologie und Ökologie dieses eindrucksvollen Vogels ernsthaft beschäftigt, wird ihn nicht mehr zum Sündenbock und Bauernopfer für Fehlentwicklungen abstempeln, die unsere Gewässer zu Einheits-Vorflutern verkommen ließen. Die Lektüre der entspr. Internetseiten des NABU wird daher wärmstens empfohlen!

 

Wieder regelmäßig über Bielefeld zu beobachten: die „fliegenden Kreuze“. Foto: A. Schäfferling

In den Rieselfeldern jedenfalls ist der Kormoran willkommen, hier wird ihm seine Lieblingsnahrung – Weißfische von 10 bis 20 cm Länge - nicht geneidet. Im Gegenteil: Die „Ernte“ dieser überwiegend Zooplanktonfresser hilft sogar dabei, die Gewässergüte der nährstoffreichen Schönungsteiche ins Lot zu bringen und Algenblüten zu verhindern.

 

In Zeiten von Schnee und Eis zieht sich der Kormoran allerdings an die wenigen noch offenen Wasserflächen größerer Flüsse zurück und leidet große Not – ein natürliches Regulativ, dem der Mensch kein weiteres hinzuzufügen braucht!

 

   
 
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