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Artportrait: Die Rohrdommel

Sie ist unter den typischen Röhrichtvögeln eine der größten Raritäten: die Rohrdommel, gelegentlich zur Unterscheidung von der Zwergdommel auch „Große Rohrdommel“ genannt.

 

Rohrdommel in Abwehrhaltung, die der „Pfahlstellung“ bei Beunruhigung gleicht. Foto: B. Walter

Sie ist etwas kleiner als der Graureiher und kann am ehesten mit dem Purpurreiher verwechselt werden, schleicht und lauert aber geduckt mit gesenktem Kopf (nicht aufrecht wie Reiher) und wirkt dann eher klein und gedrungen.

 

Großflächige Schilfröhrichte sind ihr Zuhause, die heute aber bundesweit selten geworden sind. Die Art ist daher in Deutschland vom Aussterben bedroht (Rote Liste Deutschland: Kategorie I). Selbst in den ausgedehnten Niederungsbereichen Niedersachsens wurde der Bestand 2005 mit nur noch 13 Revieren angegeben, am Dümmer brütet die Art bereits seit etwa 1985 nicht mehr.

 

In NRW ist der Brutvogelbestand vor Jahren erloschen = Kategorie 0. Der letzte Brutnachweis gelang 1992 am Niederrhein. In den Rietberger Fischteichen, dem Bielefeld nächstgelegenen ehemaligen Brutgebiet, ist der Brutbestand vermutlich bereits in den 1950er Jahren ausgestorben.

 

Umso erfreulicher sind die gelegentlichen Beobachtungen von rastenden oder vielleicht sogar überwinternden Rohrdommeln in den Rieselfeldern Windel. Bekannt ist ihre „Pfahlstellung“ bei Gefahr, mit der sie lang gestreckt mit aufwärts gerichteter Schnabelspitze bewegungslos im Schilf steht und zusammen mit ihrem braun-schwarz gestrichelten Tarngefieder perfekt mit ihrer Umgebung verschmilzt, selbst aus der Nähe.

 

Leider nur im Winterhalbjahr bei uns zu Gast - in starken Kältewintern drohen jedoch auch hier Verluste. Foto: B. Walter

Selten verlässt sie den Schilfwald, aber gerade im Winter kann man sie mit viel Glück auch frei stehend sehen – ihre Pfahlstellung im Schnee wirkt dann eher erheiternd, weil recht wirkungslos. Frieren die Gewässer zu, verliert der Reihervogel allerdings seine Nahrungsgrundlage (Fische, Amphibien, Kleintiere) und muss flüchten oder verhungern.

 

Leider wird man in Bielefeld wohl kaum den nebelhornartigen, kilometerweit tragenden Ruf bzw. Reviergesang des Männchens hören – im Winter bleibt der „Moorochse“ weitgehend stumm. Wir freuen uns jedoch, dieser Kostbarkeit in Bielefeld wenigstens ein verlässliches Winterquartier anbieten zu können!

 

   
 
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