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Portrait: Der Hasen-Bovist

Die Außenhaut junger Hasenboviste ist felderig schuppig bis warzig. Was Tieren schmeckt, muss Menschen nicht ebenfalls bekömmlich sein!
Foto: J. Albrecht

An der Südschleife des Rieselfeld-Rundweges unter den Heckensträuchern (insbes. entlang der Buschkampstraße) fallen im Sommer große weißliche Gebilde auf, teils als Kugeln, teils als Halbschalen (diese bis ins nächste Frühjahr hinein). Sie sehen auf den ersten Blick wie Kunststoff-Abfälle aus. Dort liegt aber kein Müll, vielmehr wächst an diesen relativ trockenen, halbschattigen Standorten eine besondere Pilz-Art: der Hasen-Bovist oder Hasen-Stäubling (Calvatia [=Handkea] utriformis). Eine ähnliche Form, aber größere Dimensionen hat der Riesen-Bovist.

 

 

Boviste, auch Stäublinge genannt, zählen zur Gruppe der Bauchpilze (Gastromycetes), die im Inneren ihres rundlichen Fruchtkörpers Sporen bilden. Im frischen Zustand ist der rundliche bis birnenförmige Fruchtkörper des Hasen-Bovists weißgrau gefärbt und kann fast die Größe eines Handballs erreichen. Von den 2 bis 3 Dutzend einheimischen Bovistarten wird nur noch der Riesenbovist größer (der an gut gedüngten Standorten vorkommt). Am faltig zusammen gezogenen unteren Ende ist der Fruchtkörper mit dicken, Wurzeln ähnelnden Strängen am Mycel, dem eigentlichen Pilzorganismus im Boden befestigt. Zum Zeitpunkt der Sporenreife wird der Fruchtkörper braun, reißt an der Oberseite lappig auf und gibt die braun- bis olivfarbene Sporenmasse frei. Die Sporen werden durch Wind und Regen verbreitet. Tiere, Regentropfen, Kinderhände oder –füße lösen mit jedem Druckstoß auf die elastische Hülle eine kleine Rauchwolke reifer Sporen aus dem Innern („Puffpilze“). Da die Sporen wasserabstoßend und damit nicht benetzbar sind, funktioniert der Mechanismus bei jedem Wetter.

 

Die Fruchtkörperbasis des Hasenbovists widersteht auch Nässe und Frost erstaunlich lange.
Foto: J. Albrecht

Schließlich bleibt nur noch ein dauerhafter, becherförmiger Pilzrest stehen, oft weit bis ins nächste Jahr hinein.

 

Der Hasen-Bovist wächst auf extensiv genutzten, eher nährstoffarmen Grünlandflächen (trockenem Weideland, Magerrasen) und in lichten Gehölzfluren. Seine Vorkommen gehen in den vergangenen Jahren mit den nährstoffarmen Flächen bundesweit immer weiter zurück, er ist in Deutschland und NRW auf der Roten Liste als gefährdete Art eingestuft. Obwohl er jung genießbar ist (für manche Personen allerdings unbekömmlich!), sollte er daher nicht geerntet werden. Wegen giftiger, ähnlicher Verwandter (z.B. Kartoffelboviste) sollten Pilzlaien ohnehin auf diesen fragwürdigen Genuss verzichten.

 

Weitere Informationen über Stäublinge bietet z.B. die Internetseite Natur-in-NRW.

 

   
 
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