Logo Rieselfelder Windel Home Archiv Sitemap Impressum
Winter Fruehling Sommer Herbst Galerie
Aktuelles
Rieselfelder Windel
Aktivitäten & Angebote
Stiftung
Sponsoring
Kontakt

Portrait: Die Wacholderdrossel

Das mehrfarbige Gefieder kennzeichnet die ruffreudige Wacholderdrossel.
Foto: brodowski-fotografie. Link zum Wacholderdrossel-Artikel bei www.brodowski-fotografie.de durch Klick aufs Foto.


Ihr Zuhause in den Rieselfeldern sind die alten Hofeichen und Pappeln rund um die Biologische Station und das Infozentrum. Dort begrüßen (oder beschimpfen?) die ruffreudigen Wacholderdrosseln die Besucher mit einem auffälligen, aggressiv wirkenden Schackern: „tschak tschak tschak“, das sich bei zunehmender Erregung zu einem harten Schnarren steigert. Ihr – oft im Flug vorgetragener - Gesang ist ein eher leiseres Zwitschern und Schwatzen mit vielen gepressten Lauten.

 

Das Gefieder der etwa amselgroßen Vögel ist recht farbenfroh; Wacholderdrosseln sind unsere buntesten Drosseln: Der braune Rücken wird vom grauen Kopf und Bürzel eingefasst, Schwanz und Handschwingen sind schwarz. An der rostfarbenen Brust und dem hellen Bauch fallen seitlich schwarze Schuppen oder Flecken auf.

 

Ihre Nester bauen die Wacholderdrosseln in Astgabeln höherer Bäume, gerne kolonieartig. Krähen und Greifvögel vertreiben sie gemeinschaftlich aus ihrem Brutrevier. Dabei versuchen sie, die Feinde mit ihrem Kot zu bespritzen. Einzeln brütende Wacholderdrosseln verteidigen ihr Revier allerdings auch heftig gegen Artgenossen. Eine besonders aggressive Drossel bekämpfte einmal wochenlang ihr eigenes Spiegelbild in sämtlichen Fenstern der Biostation und sogar der parkenden Autos, bis diese blind von den vielen Schnabelhieben waren.

 

Meist gesellig: Wacholderdrosseln als Wintergäste. Foto: brodowski-fotografie

Die Brutzeit beginnt im April, meist brüten Wacholderdrosseln nur einmal, selten zweimal im Jahr. Dennoch kann man sie das ganze Jahr über antreffen, weil nordische Gäste den Winter bei uns verbringen und zur Zugzeit (Februar bis April bzw. September bis November) teils große Schwärme bei uns rasten. Ihre Winternahrung besteht hauptsächlich aus Beeren und Früchten, bei frostfreiem Wetter auch aus Regenwürmern. Meist sieht man sie in Gruppen am Boden nach Nahrung suchen, bei Frost oft auch in den Büschen.

 

Wacholderdrosseln sind noch nicht lange bei uns heimisch. Früher kannte man sie nur als Wintergäste, die als „Krammetsvögel“ stark bejagt wurden. Ursprünglich ein sibirischer Waldbewohner, breitete sich die Art im 19. Jahrhundert stürmisch nach Westen aus und erreichte in den 1940er Jahren auch Westfalen. Der erste Brutnachweis in Bielefeld gelang erst 1975!

 

   
 
Seite Drucken