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Portrait: Der Turmfalke

Terzel im Rüttelflug. Foto: brodowski-fotografie. Link zum Turmfalken-Artikel bei www.brodowski-fotografie.de durch Klick aufs Foto.

Der Vogel des Jahres 2007 hat auch in den Rieselfeldern Windel seine Heimat. Regelmäßig kann man die langschwänzigen Falken über dem Grünland beobachten, wie sie „rütteln“, also Flügel schlagend in der Luft stehen und nach Beute Ausschau halten. Meistens sind das Kleinsäuger wie z.B. Mäuse, seltener (vor allem in mäusearmen Zeiten) Kleinvögel, Insekten und Regenwürmer. Wie Eulen und viele anderen Vögel auch würgen sie die unverdaulichen Reste als Gewölle wieder aus.

 

 

Ein kontrastreich gefärbtes Männchen.
Foto: brodowski-fotografie


Die Turmfalken haben aber auch mehrfach in den Rieselfeldern gebrütet. Sie nutzen dazu alte Krähen- und Elsternnester (oder sie vertreiben sogar die Eigentümer daraus), denn eigene Horste können sie nicht bauen. Ihre ursprünglichen Nistplätze waren Felsen, dort reicht meist eine einfache Nistmulde aus. Gerne besiedeln die anpassungsfähigen Vögel auch hohe Gebäude als Felsenersatz: Ruinen, Mauernischen und vor allem Kirchtürme (vgl. Name!).

 

Vor Hundert Jahren gab es in Bielefeld keine Turmfalken. Die ersten (wohl nach den Weltkriegen eingewanderten) Gebäudebrüter wurden dann vor allem in den 1980er Jahren durch Nistkästen gefördert: Von 1980 bis 1990 stieg der Bestand von 25 auf 44 Brutpaare, drei Viertel davon in Gebäuden. Turmfalken und Schleiereulen profitierten gleichermaßen von diesen gezielten Schutzmaßnahmen, z.B. in landwirtschaftlichen Gebäuden. In ganz NRW schätzt man den Bestand auf etwa 7.000 Paare, in ganz Deutschland auf etwa 50.000 – er ist damit zusammen mit dem Mäusebussard unser häufigster Greifvogel.

 

Weibchen und Jungvögel sind blasser und haben keine grauen Gefiederpartien.
Foto: brodowski-fotografie


Die etwa haustaubengroßen Vögel kann man nicht nur am Rüttelflug, sondern auch an ihrem Flugbild mit den langen spitzen Flügeln und einem schlanken Schwanz gut erkennen. Die Grundfarbe ist braun mit dunklen Punkten, das Männchen kann man am grauen Kopf und Schwanz unterscheiden.

 

Turmfalken bleiben das ganze Jahr bei uns. Ihre Balz beginnt früh im Jahr, schon ab Ende Februar. Dann hört man oft ihre hellen, scharfen „ki-ki-ki-ki“-Rufreihen, auch mitten in der Stadt um die Kirchtürme herum. Die Eier werden im April/Mai gelegt, und erst 2 Monate später fliegen die Jungvögel aus, die noch weitere 4 Wochen von den Eltern versorgt werden. Dann verlassen sie ihren Geburtsort und suchen sich ein eigenes Revier.

 

Weitere Informationen zum „Vogel des Jahres 2007“ bieten die Internetseiten des NABU.

 

   
 
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