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Portrait: Bartmeise

Unverwechselbar, aber schwer zu beobachten: Ein Männchen der Bartmeise. STELZERfoto

Die Bartmeise ist eine Rarität in Deutschland: Weniger als 3.000 Brutpaare gibt es in der gesamten Bundesrepublik, und davon leben die meisten im Nordosten. In NRW brütet die Art nur sehr selten und an ganz wenigen Orten. Die zu Bielefeld nächstgelegenen regelmäßig besetzten Brutplätze sind der Dümmer und die Rieselfelder Münster.

 

In den Rieselfeldern Windel braucht man dagegen Glück, um Bartmeisen zu sehen. Sie sind seltene Gäste zur Zugzeit (Oktober/November und Februar) und bleiben meist nur kurze Zeit. Da sie jedoch in der Regel nicht weit wegziehen und im Winter viel umherstreifen, sind Beobachtungen auch in allen anderen Wintermonaten durchaus möglich.

 

Bartmeisen sind ausgesprochene Röhrichtspezialisten, die großflächige Altschilfbestände als Brutplatz benötigen und ihr Nest gerne versteckt in der dichten Schicht umgeknickter Halme bauen. Auch außerhalb der Brutzeit halten sie sich fast ausschließlich in Schilfgebieten auf. Dort turnen sie rastlos und akrobatisch in den Halmen, klettern zum Ausguck regelmäßig nach oben, fliegen auch gelegentlich kurze Strecken dicht übers Röhricht und verschwinden dann wieder im Halmgewirr.

 

Bartmeisen sind soziale Vögel und erscheinen meist in kleinen Trupps - hier halten zwei Männchen gemeinsam Ausschau. Foto: A. Schäfferling

Die langschwänzigen, farblich bestens an ihren Lebensraum angepassten finkengroßen Vögel schließen sich gerne zu Gruppen zusammen. Am ehesten wird man auf ihre nasalen Rufe („tsching, tsching“) aufmerksam, mit denen sie das ganze Jahr über unentwegt Kontakt untereinander halten. Während sie im Sommerhalbjahr Insekten und andere Kleintiere fressen, ernähren sie sich im Winterhalbjahr hauptsächlich von Samen, insbesondere von Schilf und Rohrkolben. Oft sieht man sie nach Sandkörnchen picken, die sie als Magensteine zur Verdauung der Samenkörner benötigen.

 

Der mitteleuropäische Bestand der Bartmeisen schwankt außerordentlich stark. In den niederländischen Poldergebieten konnte sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts eine große Population (10.000 Paare) etablieren, die aber durch Kältewinter und Veränderungen des Lebensraumes wieder auf unter 1.000 schrumpfte. Mit bis 3 Jahresbruten kann die Art geeignete Gebiete rasch besiedeln.

 

Die dunkle Augenmaske verrät das junge Männchen der Bartmeise. Foto: Brodowski-Fotografie. Link zur Fotogalerie von www.brodowski-fotografie.de durch Klick aufs Foto.

Das Gefieder der Geschlechter unterscheidet sich deutlich: Der graue Kopf mit dem unverwechselbaren, langen schwarzen Bart kennzeichnet das erwachsene Männchen, das Weibchen ist dort braun-beige gefärbt. Die Jungvögel ähneln dem Weibchen, haben aber kontrastreichere Rücken- und Flügelfedern mit auffällig schwarzen Partien.

 

   
 
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