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Portrait: Die Lachmöwe

Lachmöwe im Kleiderwechsel: Das sommerlich-braune Gesicht schimmert schon durch. Foto: Albrecht

Solange die Teiche der Rieselfelder nicht vom Eis bedeckt sind, werden sie im Winterhalbjahr regelmäßig von einer größeren Zahl Lachmöwen belebt. Man kann dann gut ihre unterschiedlichen Alters- und Jahreskleider kennen lernen: Altvögel sind im Winterkleid fast vollständig hell weiß-grau gefärbt, und sie haben neben ihren dunklen Flügelspitzen nur noch einen braunen Fleck hinterm Auge (Ohrfleck). Das Gefieder der Jungvögel ist dagegen braun-weiß-scheckig, im ersten Jahr mit viel Braun, das im zweiten Jahr zunehmend durch Grau ersetzt wird. Am Prachtkleid der Altvögel vom Spätwinter bis in den Hochsommer fällt vor allem der schokoladebraune Kopf auf.

 

Etliche Lachmöwen bleiben auch bis weit ins Frühjahr in den Rieselfeldern und balzen intensiv, aber zu einer Brut ist es bislang leider nicht gekommen. Vermutlich fehlen ihnen geeignete Brutplätze, die vor Bodenfeinden wie z.B. Füchsen ausreichend sicher sind. In den nächstgelegenen Brutkolonien, im Steinhorster Becken und im Großen Torfmoor, bauen sie ihre Bodennester auf Inseln oder an sumpfigen Ufern. Das gemeinsame Brüten erleichtert es, Feinde aus der Luft wie z.B. Rohrweihen abzuwehren. Die Brut dauert 3 bis 4 Wochen, und die Jungen sind erst ab ca. 4 Wochen flugfähig – da ist ein geschützter und sicherer Brutplatz ausschlaggebend für den Bruterfolg.

 

Lachmöwen haben eine vielseitige Nahrung mit hohen tierischen Anteilen, z.B. kleine Wassertiere und insbes. Regenwürmer, die sie gerne von frisch gepflügten Äckern oder im Grünland aufnehmen. Im Winterhalbjahr fressen sie vielfach Abfälle. Weil diese auf Mülldeponien heute nicht mehr so leicht verfügbar sind wie im vergangenen Jahrhundert, ist die Zahl der Lachmöwen zumindest im Binnenland drastisch eingebrochen – ehemals große Kolonien wie am Dümmer sind heute auf ein Minimum geschrumpft. Auch der Lebensraumverlust durch Entwässerung, Grünlandumbruch, Verlandung sowie direkte Verfolgung haben zu diesem starken Rückgang beigetragen.

 

Diese Entwicklung ist sehr bedauerlich, denn die hübschen und lebhaften Vögel mit ihrem reichen Ausdrucksverhalten und Stimmrepertoire tragen viel zum Erlebniswert von Feuchtgebieten bei. Vielleicht kann ihnen auch in den Rieselfeldern mit künstlichen Brutinselchen geholfen werden – Lachmöwen wären ohne Frage eine Bereicherung unserer Vogelwelt!

 

   
 
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