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Portrait: Der Kuckuck, Vogel des Jahres 2008

Kuckucks-Männchen. Das Weibchen kommt auch in einer braunen Farbvariante vor.
NABU-Pressefoto: P. Zeininger


Nur noch in wenigen Gegenden von Bielefeld kann man den beliebten Frühlingsboten regelmäßig hören – die Rieselfelder Windel gehören dazu.

 

Der scheue Kuckuck, der wegen seiner meist grauen Färbung und Querstreifung am ehesten mit einem Sperber oder Falken verwechselt werden könnte, ist nicht leicht zu beobachten. Aber dafür kennt jedes Kind seine einprägsame Stimme, zumindest aus Liedern oder der Kuckucksuhr. Aber wie viele Kinder haben wohl schon einen richtigen Kuckuck gehört? Das zweisilbige „gu-kuh“ erklingt bei uns ab Ende April bis in den Juli hinein. Allerdings machen im Mai viele Kuckucke bei uns nur kurz Station auf ihrem langen Weg vom südlichen Afrika ins Brutgebiet.

 

Seit einigen Jahren jedoch hat die Art in den Rieselfeldern ein Brutrevier ausgebildet und ist bis zu ihrem Wegzug Anfang August mit etwas Beobachtungsglück durchgängig anzutreffen. Sicher nicht von ungefähr, denn hier findet der Kuckuck alles, was er braucht: Eine artenreiche und ausgedehnte, weitgehend offene Niederungslandschaft mit Röhrichten und Sitzwarten, von denen aus er seine Wirtsvögel beobachten kann. Das sind vor allem Teich- und Sumpfrohrsänger, aber auch etliche andere kleinere Singvogelarten.

 

Ohne Wirtsvögel gäbe es beim Kuckuck keinen Nachwuchs. Dieser Brutparasitismus ist hoch komplex und einzigartig in unserer heimischen Vogelwelt. Die individuell auf ihre jeweilige Wirtsart geprägten Kuckucksweibchen legen in deren Nester jeweils ein Ei, das in Größe, Färbung und Musterung den Wirtsvogeleiern angepasst ist. Der Jungkuckuck wirft schon wenige Stunden nach seinem Schlupf die eigenen Eier und Küken seines Wirts aus dem Nest und lässt sich dann als Einzelkind von den viel kleineren Stiefeltern aufziehen. Sein großer, leuchtend orangeroter Rachen wirkt als unwiderstehlicher Reiz für sie.

 

Von den Sitzwarten aus erspäht der Kuckuck auch seine Nahrung, vorwiegend Schmetterlingsraupen, aber auch andere größere Insekten wie Heuschrecken, Käfer und Libellen. Bekannt ist seine Vorliebe für behaarte Raupen („Kuckucksraupen“), die z.B. in den Brennnesselsäumen der Gräben und Wege um die Rieselfelder leben.

 

In vielen Kinderliedern hat uns der Kuckuck begleitet. Doch vielerorts ist er nun selten geworden, aus Mangel an Wirtsvögeln und deren Lebensräumen, aber auch aus Mangel an geeigneter Nahrung. Dem „Vogel des Jahres 2008“ kann vor allem durch die Erhaltung artenreicher, reichhaltig strukturierter und giftfreier Kulturlandschaften und Naturreservate geholfen werden. Die Rieselfelder Windel leisten dazu einen Beitrag.

 

Weitere Informationen zum „Vogel des Jahres 2008“ bieten die Internetseiten des NABU.

   
 
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