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Portrait: Die Stockente

Verpaart für eine Saison: Stockenten. Foto: J. Albrecht

Flaschengrüner Kopf mit gelbem Schnabel, weißer Halsring, rotbraune Brust, helles Körpergefieder und die schwarze „Erpellocken“ am Schwanz machen den Stockerpel zu einem „Beau“. Der Flügelspiegel irisiert leuchtend blau. Die Weibchen sind dagegen tarnfarben mit sandbraun-dunkelbraun geschecktem Gefieder und orange-bräunlichem Schnabel. Praktisch an allen Binnengewässern kann man die Stockente antreffen, so auch an allen Teichen der Rieselfelder; sie ist unsere häufigste Entenart.

 

Die auffälligen Geschlechtsunterschiede kommen nicht von ungefähr, denn wie bei allen Entenarten ist die Aufgabenverteilung klar geregelt: Die weiblichen Enten kümmern sich allein ums Brutgeschäft und die Jungenaufzucht, ein auffälliges Gefieder wäre da riskant.

 

Auch die Erpel tragen ihr buntes Kleid nur vom Herbst bis in den Mai. Dann mausern sie ins Schlichtkleid, das dem weiblichen sehr ähnelt. Ihre Schwungfedern verlieren sie innerhalb weniger Tage, sind dann über einen Monat flugunfähig, schließen sich mit Artgenossen zu Mausertrupps zusammen und verhalten sich in dieser Zeit sehr heimlich. Die Weibchen vermausern etwas später, wenn die Jungen selbstständig sind.

 

Stockenten verpaaren sich für eine Saison im Herbst. Über den Winter kann man leicht ihr Balzverhalten beobachten, das bei allen Enten in ähnlicher Weise als Sozialbalz („Gesellschaftsspiel“) verläuft, bei dem oft mehrere Erpel um ein oder wenige Weibchen werben. Die Bewegungsfolge umfasst u.a. das „Antrinken“ mit Eintauchen des Schnabels und Verspritzen von Wasser, das „Kurz-Hoch-Werden“, bei dem der Kopf mit lautem Pfiff in den Nacken geworfen wird, sowie das „Nickschwimmen“ mit flach vorgestrecktem Kopf um das Weibchen. Auffällig sind auch Verfolgungsflüge mit Vergewaltigungen und Fremdbegattungen ab Januar („Reihen“). Verpaarte Weibchen weisen fremde Erpel durch Kopfbewegungen über die Schulter ab und „hetzen“ so das eigene Männchen auf das fremde. Erpel rufen langsam und gedämpft „rähb“, Weibchen laut „waak waak waak...“

 

Bei günstigen Bedingungen beginnt die Ente schon ab Februar mit der Brut. Der Nistplatz ist sehr variabel, aber gut getarnt: Am Boden im Schilf, unter Büschen, Reisig- oder Strohhaufen, auf vorhandenen Nestunterlagen in Bäumen, in Höhlen, sogar in Häusern oder Nistkörben. Meist 7 bis 13 Eier werden warm mit Dunen gepolstert und 4 Wochen lang bebrütet. Die Jungen schlüpfen synchron innerhalb eines Tages und werden sofort zum Wasser geführt; sie sind nach 7 bis 8 Wochen selbstständig.

 

Unsere heimische Stockente ist die wilde Stammform der Hausente. Da diese sich auch mit Stockenten verpaart, gibt es die unterschiedlichsten Bastarde mit braunen, weißen oder gescheckten Gefiederpartien auf fast jedem Parkgewässer, manchmal leider auch in der Natur.

 

   
 
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