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Portrait: Der Sumpfrohrsänger

Ein Meister der Vogelstimmenimitation ist der Sumpfrohrsänger

Seine Stimme verrät ihn: Der „Zwillingsbruder“ des Teichrohrsängers ist äußerlich kaum von diesem zu unterscheiden, und er liebt es noch mehr, sich unsichtbar zu machen. Doch dem Kundigen verrät er sich durch seinen außerordentlich vielseitigen Gesang, der sehr schnell vorgetragen wird und aus einer fast ununterbrochenen langen Folge quirlender, gequetschter und pfeifender Laute besteht. Dabei werden hauptsächlich Motive anderer Arten imitiert, viele davon auch aus seinem afrikanischen Winter- und Durchzugsgebiet. Über 200 imitierte Arten wurden bislang bekannt! Wer sorgfältig hinhört, entdeckt immer neue Elemente, wie z.B. von Meisen, Schwalben, Amsel, Sperlingen, Finken, Lerche oder Star. Die meist kurzen Motive werden rasch mehrmals wiederholt.

 

Meist wird der Gesang aus dichtem Hochstaudendickicht vorgetragen, etwa aus Brennnessel- oder Mädesüßgestrüpp, das entlang feuchter Gräben oder an Hecken wuchert. In manchen Gegenden singt er auch in Getreide- und Rapsfeldern („Getreiderohrsänger“); bei uns ist die Bewirtschaftungsintensität dazu allerdings in der Regel zu hoch. Im Gegensatz zum Teichrohrsänger meidet der Sumpfrohrsänger aber reine Schilfbestände. Wie dieser flicht er sein Nest ebenfalls um Halme, bevorzugt dafür aber Hochstauden, am häufigsten Brennnesselbestände. Es ist lockerer gebaut und mehr halbkugelförmig.

 

Der Langstreckenzieher, der sein Winterquartier im südlichen Afrika zwischen Kenia und der Kapprovinz bezieht, ist einer der spätesten Heimkehrer, der erst ab Mitte Mai wieder bei uns eintrifft. Meist verlassen Sumpfrohrsänger ihr Brutrevier schon wieder Ende Juli – die meiste Zeit des Jahres sind sie also auf Wanderschaft, und nur 2 Monate bei uns.

 

Trotz ihres bewegten Lebens reicht den Sumpfrohrsängern offenbar eine Brut mit meist 5 Eiern aus, um den Bestand zu erhalten. Denn bei zwar starken jährlichen Fluktuationen ist ihre Zahl in Mitteleuropa großräumig stabil. Sie profitieren sogar von der Überdüngung unserer Landschaft, in deren Folge sich Brennnesseln stark ausgebreitet haben. Lokal kann die Bekämpfung solcher Bestände an Säumen und Gräben mit Herbiziden oder durch Ausmähen allerdings starke Verluste verursachen. In den Rieselfeldern brüten durchschnittlich etwa 15 Paare.

 

   
 
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